Restaurierung Werkstatt Industrialvintage Meider Eder

Unsere Werkstatt

Im hinteren Bereich unseres Ladens befindet sich unsere Werkstatt – mit Büro, Hobelbank und großem Werktisch, Plattenspieler, Espressomaschine und Barhockern. Hier werkeln wir den ganzen Tag, um beizeiten dann gerne auch verstaubt und in Schürze, mit euch eine Pause zu machen und einen Kaffee zu trinken. Bei Interesse zeigen wir euch natürlich auch gerne unser Lager mit allen fertigen und unfertigen Schätzen und verraten euch auch die Geschichten dazu! Wer keine Scheu vor Staub und Dreck hat, darf uns auch gerne bei unserer Arbeit über die Schulter schauen und/oder zusammen überlegen, wie wir einen Gegenstand genau passend nach euren Wünschen und Vorstellungen restaurieren können. 

Beim Restaurieren lernen wir unsere Fundstücke erst so richtig kennen. Alles wird komplett in Einzelteile zerlegt und dann geht es erst einmal ans Putzen. Ein Dasein in Fabriken und Werkstätten hinterlässt oft hartnäckige Ölspuren, Fettschichten und noch viel mehr. Wir stossen auf endlos viele Schmutzschichten, auf Fingerabdrücke und Farbkleckse, Vogelnester und Moose. Dies alles entfernen wir mit allen möglichen Hausmitteln, Tricks und Kniffen und in der Regel ohne harte chemische Zusätze. Erst wenn alles wieder sauber und gesund ist, bauen wir es zufrieden wieder zusammen.

Restaurieren mit Trick 17- und Tick 18 ...

Alle Lampen verkabeln wir sorgfältigst mit neuen Kabeln. Wenn es passt und der Zeit der Lampe entspricht, benutzen wir gedrehtes oder einfaches Stoffkabel. Falls in alten Lampen keine Erdung vorgesehen war, bringen wir diese zusätzlich an. Bei fehlenden oder defekten Kleinteilen wie Schalter, Stecker oder auch Schrauben bedienen wir uns aus unserem Fundus an alten Ersatzteilen… es gibt schliesslich kaum etwas Schlimmeres als eine neue glänzende Schraube an einer alten Lampe!

Tick 19 ...

Alte Fabrikuhren bekommen statt des meist vorhandenen Tochteruhrwerks ein neues, batteriebetriebenes Uhrwerk. Dafür verwenden wir die leisesten und zuverlässigsten, die wir finden konnten. Bei unseren Stühlen und Hockern schleifen wir meistens erst einmal alte Lackreste weg. Wenn nötig, versehen wir Sitzflächen aus Schichtholz mit kleinen Holzintarsien und beizen ausnahmsweise auch mal die eine oder andere Fläche, wenn uns eine Holztönung so gar nicht gefällt. Und dann schleifen wir so lange (bevorzugt mit der Hand), bis auch wirklich keine Strumpfhose und kein Strickpullover mehr leiden wird. Am Ende wird alles mehrfach geölt und geölt und geölt. Metallfüsse versehen wir mit passenden Gummikappen oder mit Filz – denn weder unser noch eurer Boden soll leiden.

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Tick 20, 21, 22 ...

Die Holzoberflächen unserer Anrichten und Tische liegen uns besonders am Herzen. Bei den ganzen Spuren – Riefen, Dellen, Sägespuren, Bohrlöcher, Brandflecken, Farbklecksen – sind diese Tische oft diejenigen, die als erstes für nicht restaurierbar gehalten werden und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Und dabei werden gerade Tische mit solchen Spuren nach intensiver Zuwendung von uns so wunderschön und unverwechselbar!

Diese Holzflächen werden von uns nach Reinigung nie gehobelt, sondern ausschliesslich in vielen Arbeitsgängen geschliffen. Jede Riefe soll da bleiben, wo sie immer war. Trotzdem muss man mit dem Finger ihre Kurve spüren können, ohne sich einen Splitter zu ziehen, jawohl. Wenn größere Ausbesserungen nicht zu vermeiden sind, suchen wir nach unkonventionellen Bearbeitungsweisen und Lösungen. Aus der Not machen wir gern eine Tugend: setzen Holzdübel in zu grosse Bohrlöcher, füllen zu grosse Lücken mit Epoxidharz, sägen eine Lücke in eine Bohle oder setzen ein anderes schönes Holzstück ganz offensichtlich ein, bauen passende Untergestelle und, und, und. Am Ende werden die Oberflächen wieder so lange geölt, gestreichelt und massiert bis sie zu Handschmeichlern geworden sind. Denn ja: wir haben einen Haptik-Tick. Es gibt einfach wenig Schöneres, als mit der Hand über eine warme, butterweiche Holzfläche zu streichen und mit den Fingerspitzen die ganze Geschichte zu fühlen.

Tick 23 ...

Für ein bisschen mehr Glanz und weniger weiteren Rost versiegeln wir das Metall unserer Spinde und Werkzeugschränke ganz leicht mit Ölen. Je nach Zustand und Nutzung lackieren wir die Innenwände auch mit mattem Klarlack, damit es für weisse Hemden und andere Schätze ganz sicher ist. Auf Wunsch bauen wir auch ein Schienensystem für Einlegeböden ein. Natürlich machen wir das so, dass es sich dem Spind anpasst und so wirkt, als wäre es schon immer da gewesen – also fast genauso, nur praktischer!

Tick 24

Hin und wieder bauen wir Tische oder Regale auf euren individuellen Wunsch. Wir haben einen grossen Lagerbestand an altem Holz, aus dem wir gerne Sonderanfertigungen herstellen. Dabei ist es uns wichtig, in ganz enger Absprache mit euch zu arbeiten. Wir sind auch offen dafür, altes Mobiliar oder Gegenstände nach euren Vorstellungen umzubauen oder zu reparieren. Unsere einzige Einschränkung, die wir uns dabei leisten ist: Der Gegenstand muss uns gefallen – denn auch da gilt unsere harte Türpolitik: es tut uns nicht gut uns mit Dingen zu umgeben, an ihnen zu arbeiten, wenn sie uns nicht gefallen.

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... und gespannt auf mehr

Bei all dem geniessen wir es, dass wir immer neugierig bleiben müssen. Obwohl wir ja schon handwerkliches Vorwissen hatten und vom Schweißen über Lackarbeiten und Formengießen auch alles machen können… immer ist jeder Gegenstand anders, immer tauchen neue Schwierigkeiten auf! Dann arbeiten wir auf eine Idee zu, von der wir noch nicht wissen, ob sie aufgeht – so lange bis es aufgeht. Und dann freuen wir uns auf das nächste Mal! Das Sammeln von Erfahrungen und Erfolgen hört glücklicherweise nicht auf. Für ganz besonderes Fachwissen und spezielle Werkzeuge haben wir ein Netzwerk von befreundeten, hoch geschätzten Schlossern, Tischlern, Neonglasbläsern – die sich einerseits freuen und andererseits wundern über unsere manchmal sehr speziellen Wünsche.

Und dann?

…fragt ihr uns immer wieder.

Ja! Es fällt etwas schwer, die Dinge, in die wir so viel Leidenschaft gesteckt haben, ziehen zu lassen! Aber dafür haben wir ja euch: Ihr zeigt uns deutlich eure Freude über die Möbel und Gegenstände, schickt Fotos und ladet uns an (ehemals) unsere Tische zum Essen ein, kommt immer wieder, werdet zu Freunden… Dank euch, ist es also nicht so schwer!

Merci.

Kommt vorbei

In unserem Showroom mit angrenzender Werkstatt und Lagerraum seid ihr immer willkommen – zu den Öffnungszeiten oder auch auf Zuruf! Wir servieren euch gerne einen Kaffee und freuen uns wenn ihr verweilt, euch inspirieren lasst, in den Büchern unserer kleinen Bibliothek blättert und mit uns Geschichten tauscht.

J&V – Finest Industrial Vintage Furniture

Barbarossastr. 61
10781 Berlin-Schöneberg

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag: 12-19 Uhr
Samstag: 10-16 Uhr

Jools

Vince